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09 Dez 2019;
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Dienstversammlung mit Beförderung

Böse Zungen sagen, Feuerwehren träfen sich meistens zum Feiern. Dass es aber immer vor dem Feiern um die Sicherheit geht, das hat die freiwillige Feuerwehr Neustadt jetzt bewiesen: Vor ihrem großen Fest im Juni haben sie sich jetzt noch einmal getroffen in einer ordentlichen Dienstversammlung. Das bedeutet, alle Feuerwehrleute müssen in Uniform erscheinen. Und das nur um extra einen Alarmplan festzulegen.

„Wir sind einfach nicht in der Lage, dass wir unsere Feuerwehr drei Tage abmelden, nur weil wir ein Fest feiern“, erklärt Michael Spranger, der Kommandant der Neustädter Wehr. „Wir haben zu viele Sondergeräte, Schere, Spreizer, Drehleiter. Obendrauf sind wir die einzige Feuerwehr im Landkreis mit einem Strahlenschutzsonderausrüstung.“ Diese Geräte würden unter Umständen gebraucht führt der Kommandant weiter aus. Deswegen gibt es jetzt für den Zeitraum des Festes vom 14. bis zum 16. Juni Alarmpläne.

Die beförderten Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Waldnaab

Rund um die Uhr stehen immer 13 Neustädter Feuerwehrleute bereit. Um schnellstmöglich Hilfe leisten zu können rücken die Fahrzeuge direkt vom Festgelände bei der Stadthalle ab.  „Wir haben uns da einen Platz eingerichtet, das haben wir bei den Planungen vorab extra berücksichtigt“, so der Neustädter Kommandant. So sei der Brandschutz und auch die Bereitschaft für Verkehrsunfälle sichergestellt.

Bei der Dienstversammlung waren neben den rund 50 aktiven Neustädter Feuerwehrleute auch die Stadt Neustadt vertreten. Der zweite Bürgermeister Heinrich Maier, der Stadtrat und Feuerwehrreferent Franz Witt und der Geschäftsführer Peter Forster hatten aber nicht nur Statistenrollen. Bei der Dienstversammlung wurden auch noch die anstehenden Beförderungen vorgenommen.

Befördert zum Feuerwehrmann wurden Alexander Seidl und Nicolas Meier. Oberfeuerwehrmann wurden Sebastian Dippold, Stefanie Kargus, Maximilian Schwarz und Andreas Rupprecht. Hauptfeuerwehrmann der Neustädter Wehr sind ab jetzt Kerstin Bauer, Andreas Gollwitzer, Patrick Lang, Stefan Plößner und Max Witt. Löschmeister nennen dürfen sich Michael Bayer-Schmid, Dominik Lang und Sebastian Zapf. Oberlöschmeister ist Marco Spranger. Neuer Hauptlöschmeister der Neustädter ist Gerd Zischka, neuer Brandmeister Alexander Lang. Der stellvertretende Kommandant Marco Harrer ist jetzt Oberbrandmeister.

Neben den Beförderungen stellte die Wehr auch die Neuzugänge vor. Als aktive Feuerwehrleute kann die Wehr jetzt auf Stefan Kraus und Michael Gruner zurückgreifen. Kraus ist von Tännesberg nach Neustadt gezogen. Gruner ist Doppelmitglied in Wildenreuth und Neustadt. Tagsüber kann er von seiner Arbeitsstelle, dem Neustädter Landratsamt, bei Bedarf mit der Neustädter Wehr ausrücken. Neu in der Neustädter-Jugend sind Sofia Ziegler, Mario Huber, Christoph Kriechenbauer, Fabian Ott, Bastian Schönberger, Johannes und Sebastian Troppmann.

Sieben neue CSA-Träger für Neustadt

Es ist ein Anblick, den man fast nur aus Filmen kennt: Retter, von oben bis unten in einfarbige Ganzkörperkunststoffanzüge gekleidet. Im Landkreis verfügen sechs Feuerwehren über solche „Chemieschutzanzüge“, die bei Unfällen mit austretenden Stoffen zum Einsatz kommen. Die Feuerwehren Neustadt/WN und Windischeschenbach sind zwei dieser sechs und haben jetzt neue Spezialisten für den Einsatz mit diesen Anzügen ausgebildet.

Insgesamt zwölf Stunden dauerte der Lehrgang für die acht Teilnehmer. Das sehe für Außenstehende relativ kurz aus, gibt der Neustädter Ausbildungsleiter Marco Spranger direkt zu und erklärt sofort: „CSA-Träger kann allerdings nur werden, wer Atemschutzgeräteträger ist, und damit den Umgang mit Atemmaske und Luftflasche bereits erlernt hat. Wir vermitteln hier nur noch den Umgang mit den Anzügen.“

Benötigt werden diese Spezialanzüge bei Chemieunfällen oder Verkehrsunfällen mit Gefahrguttransportern – jedes Mal, wenn die Feuerwehrleute Gefahr laufen, mit Stoffen in Berührung zu kommen. Auch bei unbekannten Stoffen, Flüssigkeiten oder Gasen müssen die Anzüge vorsichtshalber angelegt werden. Sollte der Stoff bekannt sein, so kann es auch passieren, dass unterschiedliche Anzüge eingesetzt werden müssen. Die Feuerwehr unterscheidet hier in erster Linie zwischen „partikeldicht“ und „gasdicht“. Diese theoretischen Grundlagen waren ebenfalls Teil des Lehrgangs.

„Der Fokus der Ausbildung liegt aber ganz deutlich im praktischen Bereich“, erläutert Spranger. „Allein das Anlegen des Anzugs geht nicht ohne Hilfe, mindestens ein Mann muss dabei immer assistieren. Auch das Arbeiten mit drei Paar Handschuhen übereinander muss man einfach mal machen, das kann man nicht theoretisch lernen.“ Die Handschuhe tragen die Feuerwehrleute nicht nur zum Schutz. Die unterste Lage sind einfache Baumwollhandschuhe, um mit schwitzigen Händen nicht an der zweiten Lage, einem Gummihandschuh kleben zu bleiben. Der ist mit dem Anzug fest verbunden. Die äußersten Handschuhe sind robuste Gummihandschuhe für den „mechanischen Schutz“.

Zum Abschluss erhielten die Lehrgangsteilnehmer ein Zertifikat, überreicht von Kreisbrandinspektor Martin Weig und Kreisbrandmeister Thomas Weidner.

Bürgermeister übernimmt Schirmherrschaft für 150-Jahr-Feier

Alarm im Neustädter Rathaus: Die Feuerwehr rückt an! Aber nicht, um einen Brand zu löschen. Eine Abordnung der Neustädter Feuerwehr, angeführt von ihrem Vorsitzenden Helmut Staratschek und dem Kommandanten Michael Spranger, wollte direkt ins Büro des Bürgermeisters. Ihr Grund: Das Stadtoberhaupt soll die Schirmherrschaft für das Feuerwehrfest im Juni übernehmen.

Zu sechst war die Führungsriege der Neustädter Wehr angerückt, ausgestattet mit einer Holzkiste voll Bier und einem Regenschirm. Beides Geschenke für den Neustädter Bürgermeister. „Doch eines fehlt uns noch, das ist doch klar, ein Schirmherr muss her, wie es schon immer bei großen Feuerwehrfesten war“, erklärte Vorstand Helmut Staratschek dem Neustädter Bürgermeister.

Komplett in Reimform baten Vorstand und Kommandant um die Schirmherrschaft: „Darum lieber Rupp, zier dich nicht lang, schlag ein, und übernehme dieses Ehrenamt!“, bat Spranger. Anschließend wurde der Schirm überreicht. „Nach guter alter Sitt und Brauch haben wir einen Schirm dabei. Wir hoffen, er wird nicht gebraucht“, erklärte Staratscheck dazu und Spranger vollendete den Reim: „Als Sonnenschutz kannst du diesen Schirm gerne verwenden, dafür tut er es auch!“

Nach der Ansprache konterte der Bürgermeister zur Erheiterung aller: „Mir fällt jetzt viel ein – nur kein Reim!“ Unter dem Lachen der Anwesenden nahm Rupert Troppmann dann die Schirmherrschaft danken an. Anschließend lud er die Feuerwehrleute noch auf einen kleinen Umtrunk im Amtszimmer ein.

​​​​​​​Die Feuerwehr Neustadt rüstet auf - einmal für die Kleinen, einmal für die Katastrophe

Jeder Feuerwehrmann braucht einen Schutzanzug. Bei der Feuerwehr Neustadt machen da selbst die Kleinste jetzt keine Ausnahme mehr. Seit Neustem gibt es in Neustadt auch Schutzanzüge für die Kinderfeuerwehr, die "Fire Kids". Bezahlt wurde alles von der Feuerwehr selbst, genauer gesagt dem Feuerwehrverein.

Insgesamt 20 rot-schwarze Kinderschutzanzüge wurden angeschafft. Auf der Rückseite steht allerdings nicht wie bei den Großen "Feuerwehr Neustadt", sondern es prangt darauf das Logo der "Fire Kids" - Grizu der Drache mit einer Feuerwehr-Neustadt-Fahne. "Die Anzüge sind dazu da, falls die Kinder einen spielerischen Ausbildungsnachmittag oder ähnliches haben, dass die Kleidung einfach nicht schmutzig wird", erklärt der Kommandant der Neustädter Wehr, Michael Spranger. "Außerdem wird das ein tolles Bild und die Kleinen fühlen gleich ein bisschen mehr Gemeinsamkeit und Feuerwehr", lächelt Spranger.

 

Neben den Kinderschutzanzügen hat die Feuerwehr aber auch neue Gerätschaften für den Ernstfall bekommen. Unter anderem ein Spezialwerkzeug zur Türöffnung, ein sogenanntes "Zieh-Fix". Was dieses Set im Einzelnen umfasst ist geheim. Mit ihm kann die Feuerwehr aber im Ernstfall schnell Wohnungen und Häuser öffnen. Privat ist der Besitz solcher Gerätschaften nicht erlaubt, die Feuerwehr darf es aber einsetzen.

Zudem erhält die Feuerwehr weitere Dekon-Materialien, also Einsatzmittel für die Dekontamination. Bei Kontakt mit Gefahrstoffen kann die Feuerwehr so sicherstellen, dass der einzelne Feuerwehrmann diese nicht mit dem Anzug oder den Geräten verschleppt. So werden radioaktive, chemische oder auch biologische Gefahrstoffe gehandhabt. Im großen Stil wurden solche Dekontaminationen zum Beispiel nach dem F16-Absturz bei Schlammersdorf durchgeführt.

Neu in der Neustädter Ausrüstung ist jetzt eine sogenannte Dekon-Wanne und Dekonfolien in den Farben rot, gelb und grün. Dabei funktionieren diese Folien wie eine Ampel. Der mit den Gefahrstoffen in Kontakt gekommene Feuerwehrmann betritt zunächst die rote Folie - den schmutzigen Bereich. Dann steigt er in die Wanne, in welcher er gereinigt wird. Anschließend betritt er den gelben Bereich - den Untersuchungsbereich. Wird hier noch eine Verschmutzung festgestellt, muss der Feuerwehrmann zurück in den roten Bereich, anschließend wieder in den gelben. Ist er endgültig sauber, darf er in den grünen Bereich und die Ausrüstung ablegen.

"Diese Folien wirken recht einfach, helfen aber sehr, in hektischen Einsatzlagen den Überblick zu behalten", erklärt Spranger weiter. Die große Wanne ist neu, bis jetzt hat die Feuerwehr Neustadt sich mit Plastikwannen beholfen, die allerdings auch nur für diesen Zweck eingesetzt wurden. Die neue faltbare Wanne ist aber deutlich größer und braucht durch die Faltbarkeit am Fahrzeug weniger Stauraum.

 

"Das alles macht unsere Dekon-Ausrüstung kompletter", freut sich Spranger. Bei der Übergabe der Geräte im Neustädter Feuerwehrhaus bedankte sich der Kommandant deswegen auch ausdrücklich bei Helmut Staratschek, dem Vorsitzenden des Neustädter Feuerwehrvereins.

Insgesamt 2.200 Euro haben die Anzüge, das Zieh-Fix und die Dekon-Materialien gekostet. Kein Cent ist dabei von der Stadt ausgegeben worden. Bürgermeister Ruppert Troppmann hatte daher beste Laune, als er bei der Übergabe dabei war.

Unterstützung von allen Seiten für die 150-Jahr-Feier

Die Neustädter Feuerwehr erfährt für ihr Jubiläumsfest im Juni allerlei Unterstützung aus allen Schichten der Neustädter Gesellschaft. Der stadtbekannte Künstler Michael Fröhlich, alteingesessenen Neustädterinnen und Neustädtern eher als "Lätus" ein Begriff, hat das Cover für die Festschrift entworfen - und das völlig kostenlos.

Großes Schaulaufen im Neustädter Feuerwehrhaus. Der Entwurf für das Titelbild der Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum ist fertig und abgesegnet. Es zeigt Flammen vor blauem Grund, darüber prangt in großen, roten Ziffern "150". Einfach hatten es die Feuerwehrleute dem Künstler nicht gemacht. Ganz kunstuntypisch gab es von der Wehr einige Vorgaben für das Titelbild: Der Name der Stadt musste natürlich drauf, genauso wie der Bezug zur "Feuerwehr" und die "150" für die Anzahl der Jahre musste zur Geltung kommen. All das hat Lätus umgesetzt.

Begonnen habe er mit der Typografie, die Flammen sind freihändig gemalt. Der Schriftzug am unteren Ende der Flammen ist etwas Besonderes: per Hand gemalt und neu auf das Titelbild aufgesetzt. So soll laut Künstler ein 3D-Effekt entstehen. Auch der Druck der Festschrift bleibt in Neustädter Hand: Die Firma fotobuch.de aus dem Neustädter Gewerbegebiet übernimmt diesen. Und das mit einer großzügigen Geste, denn 500 Exemplare werden der Feuerwehr geschenkt.

Auch mit den weiteren Planungen ist die Feuerwehr weit vorangeschritten. Die Fotos für die Festschrift sind bereits geschossen, das Zelt ist bestellt und die Bands gebucht. Am Freitag (14.06.) spielt die Altenstädter Band HWO, Samstag (15.06.) kommen "Die Dorfer" – laut eigenen Angaben "Österreichs schärfste Showband". Bereits jetzt können für das ganze Wochenende Karten erworben werden. Entweder jeweils für jeden Abend einzeln oder ein Kombiticket für beide Abende zusammen.