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Patenschaft erneuert

"Wie war's?" - "SUPER!" Das war die knappe Unterhaltung an einem Neustädter Mittagstisch, einen Tag nach dem Patenbitten der Windischeschenbacher. So ähnlich könnte es sich bereits vor 150 Jahren abgespielt haben, nur dass beim eigentlichen Bitten mit Sicherheit keine Drehleiter vor dem neuen Schloss gestanden hat.

Mit Blasmusik sind die Windischeschenbacher auf den Stadtplatz einmarschiert. Dort wurden sie bereits von der Neustädter Feuerwehr erwartet. Auf einem Holzscheit kniend baten Kommandant André Stessmann und Vorsitzender Christian Münchmeier um eine Erneuerung der Patenschaft. Ein Faß Zoigl sollte die Neustädter dabei gnädig stimmen. Das ist offenbar gelungen: Im Anschluss ging es per Fackelzug in das Neustädter Gerätehaus wo die Erneuerung der Patenschaft noch ordentlich gefeiert wurde.

Patenbitten der Freiwilligen Feuerwehr Windischeschenbach

Auch das Onetz berichtet über das Patenbitten.

Fackelzug, Uniform und Marsch – Feuerwehren aus Neustadt und Windischeschenbach erneuern Patenschaft

Die Wehren aus Neustadt und Windischeschenbach sind zwei der größten Wehren im sogenannten Bereich Landkreis-Mitte. Das Kuriose: Sie wurden fast zeitgleich gegründet.

Wir schreiben das Jahr 1869: in Neustadt gründet sich die Freiwillige Feuerwehr. Ein Ereignis mit Strahlkraft. Auch die Einwohner von Windischeschenbach, knapp zehn Kilometer entfernt, sehen die Notwendigkeit einer professionellen Brandbekämpfung und rufen noch im selben Jahr ebenfalls eine Feuerwehr ins Leben. Die gerade frisch gegründete Neustädter Wehr, darf die Patenschaft übernehmen. Aus diesem Grund kommen heuer, genau 150 Jahre nach diesem Ereignis, die Windischeschenbacher Floriansjünger wieder in die Kreisstadt.

Mit einer großen und öffentlichen Zeremonie vorm Landratsamt – die Bevölkerung ist dazu eingeladen - erneuern die Feuerwehren gemeinsam die Patenschaft. Um kurz nach 18:00 Uhr marschieren die Feuerwehrleute dazu auf den Vorplatz des Landratsamtes. Die Neustädter erwartet sie da bereits. Üblich ist es dabei, dass die Patenkinder in Fass Bier im Gepäck haben um die Paten gnädig zu stimmen. Sollte den Windischeschenbachern das gelingen, marschieren die beiden Feuerwehren gemeinsam mit einem Fackelzug zum Neustädter Feuerwehrhaus. Dort wird die Erneuerung der 150-jährigen Patenschaft dann gebührend gefeiert.

Das 150-Jährige begehen die beiden Wehren heuer ebenfalls groß: Die Neustädter vom 14. bis 16. Juni, die Windischeschenbacher mit vielen einzelnen Feiern und Festen, verteilt über das gesamte Jahr. Das größte Event dieser Veranstaltungsreihe ist das Open Air “Bohrturm goes Rock“ am 22.06. direkt am Fuße des KTB.

Dienstversammlung mit Beförderung

Böse Zungen sagen, Feuerwehren träfen sich meistens zum Feiern. Dass es aber immer vor dem Feiern um die Sicherheit geht, das hat die freiwillige Feuerwehr Neustadt jetzt bewiesen: Vor ihrem großen Fest im Juni haben sie sich jetzt noch einmal getroffen in einer ordentlichen Dienstversammlung. Das bedeutet, alle Feuerwehrleute müssen in Uniform erscheinen. Und das nur um extra einen Alarmplan festzulegen.

„Wir sind einfach nicht in der Lage, dass wir unsere Feuerwehr drei Tage abmelden, nur weil wir ein Fest feiern“, erklärt Michael Spranger, der Kommandant der Neustädter Wehr. „Wir haben zu viele Sondergeräte, Schere, Spreizer, Drehleiter. Obendrauf sind wir die einzige Feuerwehr im Landkreis mit einem Strahlenschutzsonderausrüstung.“ Diese Geräte würden unter Umständen gebraucht führt der Kommandant weiter aus. Deswegen gibt es jetzt für den Zeitraum des Festes vom 14. bis zum 16. Juni Alarmpläne.

Die beförderten Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Waldnaab

Rund um die Uhr stehen immer 13 Neustädter Feuerwehrleute bereit. Um schnellstmöglich Hilfe leisten zu können rücken die Fahrzeuge direkt vom Festgelände bei der Stadthalle ab.  „Wir haben uns da einen Platz eingerichtet, das haben wir bei den Planungen vorab extra berücksichtigt“, so der Neustädter Kommandant. So sei der Brandschutz und auch die Bereitschaft für Verkehrsunfälle sichergestellt.

Bei der Dienstversammlung waren neben den rund 50 aktiven Neustädter Feuerwehrleute auch die Stadt Neustadt vertreten. Der zweite Bürgermeister Heinrich Maier, der Stadtrat und Feuerwehrreferent Franz Witt und der Geschäftsführer Peter Forster hatten aber nicht nur Statistenrollen. Bei der Dienstversammlung wurden auch noch die anstehenden Beförderungen vorgenommen.

Befördert zum Feuerwehrmann wurden Alexander Seidl und Nicolas Meier. Oberfeuerwehrmann wurden Sebastian Dippold, Stefanie Kargus, Maximilian Schwarz und Andreas Rupprecht. Hauptfeuerwehrmann der Neustädter Wehr sind ab jetzt Kerstin Bauer, Andreas Gollwitzer, Patrick Lang, Stefan Plößner und Max Witt. Löschmeister nennen dürfen sich Michael Bayer-Schmid, Dominik Lang und Sebastian Zapf. Oberlöschmeister ist Marco Spranger. Neuer Hauptlöschmeister der Neustädter ist Gerd Zischka, neuer Brandmeister Alexander Lang. Der stellvertretende Kommandant Marco Harrer ist jetzt Oberbrandmeister.

Neben den Beförderungen stellte die Wehr auch die Neuzugänge vor. Als aktive Feuerwehrleute kann die Wehr jetzt auf Stefan Kraus und Michael Gruner zurückgreifen. Kraus ist von Tännesberg nach Neustadt gezogen. Gruner ist Doppelmitglied in Wildenreuth und Neustadt. Tagsüber kann er von seiner Arbeitsstelle, dem Neustädter Landratsamt, bei Bedarf mit der Neustädter Wehr ausrücken. Neu in der Neustädter-Jugend sind Sofia Ziegler, Mario Huber, Christoph Kriechenbauer, Fabian Ott, Bastian Schönberger, Johannes und Sebastian Troppmann.

Sieben neue CSA-Träger für Neustadt

Es ist ein Anblick, den man fast nur aus Filmen kennt: Retter, von oben bis unten in einfarbige Ganzkörperkunststoffanzüge gekleidet. Im Landkreis verfügen sechs Feuerwehren über solche „Chemieschutzanzüge“, die bei Unfällen mit austretenden Stoffen zum Einsatz kommen. Die Feuerwehren Neustadt/WN und Windischeschenbach sind zwei dieser sechs und haben jetzt neue Spezialisten für den Einsatz mit diesen Anzügen ausgebildet.

Insgesamt zwölf Stunden dauerte der Lehrgang für die acht Teilnehmer. Das sehe für Außenstehende relativ kurz aus, gibt der Neustädter Ausbildungsleiter Marco Spranger direkt zu und erklärt sofort: „CSA-Träger kann allerdings nur werden, wer Atemschutzgeräteträger ist, und damit den Umgang mit Atemmaske und Luftflasche bereits erlernt hat. Wir vermitteln hier nur noch den Umgang mit den Anzügen.“

Benötigt werden diese Spezialanzüge bei Chemieunfällen oder Verkehrsunfällen mit Gefahrguttransportern – jedes Mal, wenn die Feuerwehrleute Gefahr laufen, mit Stoffen in Berührung zu kommen. Auch bei unbekannten Stoffen, Flüssigkeiten oder Gasen müssen die Anzüge vorsichtshalber angelegt werden. Sollte der Stoff bekannt sein, so kann es auch passieren, dass unterschiedliche Anzüge eingesetzt werden müssen. Die Feuerwehr unterscheidet hier in erster Linie zwischen „partikeldicht“ und „gasdicht“. Diese theoretischen Grundlagen waren ebenfalls Teil des Lehrgangs.

„Der Fokus der Ausbildung liegt aber ganz deutlich im praktischen Bereich“, erläutert Spranger. „Allein das Anlegen des Anzugs geht nicht ohne Hilfe, mindestens ein Mann muss dabei immer assistieren. Auch das Arbeiten mit drei Paar Handschuhen übereinander muss man einfach mal machen, das kann man nicht theoretisch lernen.“ Die Handschuhe tragen die Feuerwehrleute nicht nur zum Schutz. Die unterste Lage sind einfache Baumwollhandschuhe, um mit schwitzigen Händen nicht an der zweiten Lage, einem Gummihandschuh kleben zu bleiben. Der ist mit dem Anzug fest verbunden. Die äußersten Handschuhe sind robuste Gummihandschuhe für den „mechanischen Schutz“.

Zum Abschluss erhielten die Lehrgangsteilnehmer ein Zertifikat, überreicht von Kreisbrandinspektor Martin Weig und Kreisbrandmeister Thomas Weidner.

Bürgermeister übernimmt Schirmherrschaft für 150-Jahr-Feier

Alarm im Neustädter Rathaus: Die Feuerwehr rückt an! Aber nicht, um einen Brand zu löschen. Eine Abordnung der Neustädter Feuerwehr, angeführt von ihrem Vorsitzenden Helmut Staratschek und dem Kommandanten Michael Spranger, wollte direkt ins Büro des Bürgermeisters. Ihr Grund: Das Stadtoberhaupt soll die Schirmherrschaft für das Feuerwehrfest im Juni übernehmen.

Zu sechst war die Führungsriege der Neustädter Wehr angerückt, ausgestattet mit einer Holzkiste voll Bier und einem Regenschirm. Beides Geschenke für den Neustädter Bürgermeister. „Doch eines fehlt uns noch, das ist doch klar, ein Schirmherr muss her, wie es schon immer bei großen Feuerwehrfesten war“, erklärte Vorstand Helmut Staratschek dem Neustädter Bürgermeister.

Komplett in Reimform baten Vorstand und Kommandant um die Schirmherrschaft: „Darum lieber Rupp, zier dich nicht lang, schlag ein, und übernehme dieses Ehrenamt!“, bat Spranger. Anschließend wurde der Schirm überreicht. „Nach guter alter Sitt und Brauch haben wir einen Schirm dabei. Wir hoffen, er wird nicht gebraucht“, erklärte Staratscheck dazu und Spranger vollendete den Reim: „Als Sonnenschutz kannst du diesen Schirm gerne verwenden, dafür tut er es auch!“

Nach der Ansprache konterte der Bürgermeister zur Erheiterung aller: „Mir fällt jetzt viel ein – nur kein Reim!“ Unter dem Lachen der Anwesenden nahm Rupert Troppmann dann die Schirmherrschaft danken an. Anschließend lud er die Feuerwehrleute noch auf einen kleinen Umtrunk im Amtszimmer ein.