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09 Dez 2019;
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Feuerwehr-Großübung in Floß zeigt: Ehrenamt oft unbezahlbar

Drehleiter, Löschfahrzeuge, Drohne - die komplette Neustädter Feuerwehr rückte diese Woche mit schwerem Gerät aus. Nach Floß in die Chipsyhalle. Zusammen mit  den Floßern wurde dort der Einsatz mit gefährlichen Stoffen geübt. In dem  Szenario war ein LKW mit gefährlichen Stoffen in einen Unfall verwickelt.

 

Das Übungszenario: Der verunfallte LKW.

Zusammengezählt opferten die knapp 60 Feuerwehrleute für das Training über eine Woche Freizeit. Was das Ehrenamt hier leistet, das machte der Neustädter Übungsleiter Marco Spranger nochmal deutlich: "Bei einem Rohrbruch muss es auch schnell gehen. Einem Spangler zahlen Sie gern mal 30 bis 40 Euro die Stunde für den Handwerker", erklärt Spranger. "Bei uns muss es auch schnell gehen, und wenn wir für heute mal 40 Euro für die Stunde ansetzen, bei knapp 60 Mann, drei Stunden, dann kommen wir auf nicht ganz 8.000 € reine Arbeitsleistung - die Fahrzeuge nicht mitgerechnet." Damit will der Übungsleiter der Neustädter Wehr aber nicht etwa sagen, dass ehrenamtliche Feuerwehrleute bezahlt werden sollen. "Die Zahl soll nur verdeutlichen, was hier ehrenamtlich geleistet wird", ergänzt der junge Feuerwehrmann.

Floßer Feuerwehrleute kümmern sich um den verletzten und benommenen LKW-Fahrer.

Übungsszenario für die Feuerwehrleute war folgendes: Ein LKW mit in Fässern verladendem Gefahrgut hatte einen Unfall, ein Fass war beschädigt, giftige Stoffe traten aus. Als erste am "Einsatzort" waren die Floßer Feuerwehrleute. Problem hierbei: diese verfügen nicht über die nötige Spezialausrüstung für einen Gefahrguteinsatz. In diesem Fall greift die sogenannte "GAMS"-Regel, erklärt Felix Müller, der erste Kommandant der Floßer: "G wie Gefahren erkennen, A wie Absichern der Einsatzstelle, M wie Menschenrettung unter Eigenschutz und S wie Spezialkräfte nachfordern." In dem Fall war das die Feuerwehr aus Neustadt.

Die Neustädter Feuerwehr rückte anschließend mit sogenannten Chemieschutzanzügen vor, um das beschädigte Fass abzusichern und ein weiteres Austreten zu verhindern. Über solche speziellen Anzüge verfügen nur größere Feuerwehren, wie zum Beispiel die Neustädter oder die Windischeschenbacher . Mit Atemschutz und bis zu drei Paar Handschuhen arbeiten die Feuerwehrleute. "Die Anzüge kommen dabei mit dem jeweiligen Gefahrstoff in Kontakt und müssen danach gereinigt werden - auch darauf sind wir vorbereitet", erklärt Übungsleiter Spranger, "mithilfe unserer Dekonschleuse".

 

Die Übung fand in der Chipsyhalle statt, um die Ausrüstung zu schonen..

Die sogenannte Dekontaminationsschleuse besteht aus drei Planen. "Rot, gelb und grün - in der Reihenfolge durchlaufen die Kontaminierten den Schleusenbereich und werden danach gereinigt und die Anzüge werden abgelegt. Die belasteten Anzüge kommen dann zu einer Spezielfirma", erklärt Sebastian Zapf, ebenfalls Neustädter Feuerwehrmann und Übungsleiter. Zudem musste der Einsatzbereich von den Floßer Feuerwehrleuten weiträumig abgesperrt werden.

Bei der anschließenden Besprechung zogen die Übenden ein positives Fazit: das Zusammenspiel habe gut funktioniert, da waren sich die Feuerwehrleute einig. Marco Spranger und Sebastian Zapf bedankten sich noch einmal bei der Floßer Wehr für

die Organisation.

Die Feuerwehrleute aus Floß und Neustadt stehen bei der Abschlussbesprechung.